Rechtsanwalt Kay Reese

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Rechtsanwalt Kay Reese in der Fernsehsendung 'Abenteuer Leben' auf kabeleins zum Thema Apps für den Straßenverkehr.

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Archiv für die Kategorie „Berlin“

Strafverteidiger Neukölln

Der Stadtteil Neukölln, zugleich Namensgeber für den gleichnamigen Bezirk Neukölln in Berlin, ist der nördlichste Teil des Bezirks Neukölln. Er wird daher auch gelegentlich Neukölln-Nord genannt. Zum Ortsteil Neukölln gehören die bekannten Stadtquartiere Rollbergsiedlung, der Reuterkiez, die High-Deck-Siedlung und der Schillerkiez. Durch den Stadtteil verlaufen drei große Straßen. Auf der Hermannstraße finden sich viele kleine Märkte und Gewerbebetriebe. Die Karl-Marx-Straße, die gemessen an der Verkaufsfläche, nach der Tauentzienstraße und Schloßstraße die drittgrößte Einkaufsstraße in Berlin ist. Und die spätestens seit dem gleichnamigen Film und das Buch “Am kürzeren Ende der Sonnenallee” von Thomas Brussig berühmte Sonnenallee.

Jugendstrafrecht: Neuköllner Modell

Die Amtsrichterin Kirsten Heisig (1961-2010) war am Amtsgericht Tiergarten als Jugendrichterin zuständig für Strafverfahren gegen Jugendliche und Heranwachsende aus dem Bereich Neukölln/Nord. Sie war Hauptinitiatorin des “Nuköllner Modell”, das seit Sommer 2010 bei Strafverfahren nach dem Jugendgerichtsgesetz gegen Angeklagte aus ganz Berlin angewandt wird. Es sieht ein beschleunigtes Verfahren vor. Zum Kern des Neuköllner Modells gehört die rasche und erzieherische Ahndung von kleineren Delikten Jugendlicher. Zur Zeit werden rund 20 bis 30 Strafverfahren gegen Jugendliche aus Berlin nach dem Neuköllner Modell abgewickelt.

Betrunkene Eltern können sich strafbar machen

In einer Kneipe in Berlin-Tempelhof musste die Polizei und schließlich auch der Kindernotdienst einschreiten. Besorgte Bürger hatten die Berliner Polizei über Notruf 110 alarmiert, da sich zwei alkoholisierte junge Erwachsene mit zwei Kleinkindern über Stunden hinweg in einer Gaststätte am Tempelhofer Damm aufhielten und offensichtlich jede Kontrolle über sich verloren hatten. Als die von der Polizei hinzugezogenen Mitarbeiter des Kindernotdienstes die beiden Kinder vorübergehend in ihre Obhut nehmen wollten, wurde die 22-jährige stark alkoholisierte Mutter und ihr ein Jahr älterer Lebensgefährte aggressiv und griffen die Mitarbeiter des Kindesnotdienstes zunächst mit Worten und dann auch körperlich an. Gegen die einschreitenden Polizeibeamten leisteten die beiden “Eltern” sodann Widerstand. Das Pärchen landete schließlich im Polizeigewahrsam. Während die 22-jährige Frau nach einer angeordneten Blutentnahme die Gewahrsamsstelle der Polizei wieder verlassen durfte, musste ihr Lebensgefährte seinen Alkoholrausch in der Ausnüchterungszelle auf der Polizeiwache ausschlafen. Indes sind die beiden Kleinkinder zumindest am Wochenende in der Obhut des Kindernotdienstes gewesen. Demnächst wird das Pärchen vielleicht wieder einen Schnaps brauchen, wenn sie ihren Briefkasten öffnen. Denn es erwartet beide ein Strafverfahren wegen Widerstands gegen Polizeivollzugsbeamte (§ 113 StGB), die Mutter muss zusätzlich als fürsorgepflichtige Person mit einem Ermittlungsverfahren wegen Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht (§ 171 StGB) rechnen. Darüber hinaus wird der Vorfall sicherlich auch dem Jugendamt gemeldet, so dass zumindest die Mutter Rechtsberatung dringend nötig haben wird. Der Staat ermöglicht auch wirtschaftlich schwachgestellten Personen kostenlose Rechtsberatung und erteilt hierfür nach Prüfung des Einzelfalls einen Rechtsberatungsschein, der bei der Rechtsantragsstelle des Amtsgerichts beantragt werden kann. Zuständig ist das Amtsgericht, in dessen Geschäftsbereich der Antragsteller seinen Wohnsitz hat.

§ 113 StGB
Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte

(1) Wer einem Amtsträger oder Soldaten der Bundeswehr, der zur Vollstreckung von Gesetzen, Rechtsverordnungen, Urteilen, Gerichtsbeschlüssen oder Verfügungen berufen ist, bei der Vornahme einer solchen Diensthandlung mit Gewalt oder durch Drohung mit Gewalt Widerstand leistet oder ihn dabei tätlich angreift, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn

1. der Täter oder ein anderer Beteiligter eine Waffe bei sich führt, um diese bei der Tat zu verwenden, oder
2. der Täter durch eine Gewalttätigkeit den Angegriffenen in die Gefahr des Todes oder einer schweren Gesundheitsschädigung bringt.

(3) Die Tat ist nicht nach dieser Vorschrift strafbar, wenn die Diensthandlung nicht rechtmäßig ist. Dies gilt auch dann, wenn der Täter irrig annimmt, die Diensthandlung sei rechtmäßig.

(4) Nimmt der Täter bei Begehung der Tat irrig an, die Diensthandlung sei nicht rechtmäßig, und konnte er den Irrtum vermeiden, so kann das Gericht die Strafe nach seinem Ermessen mildern (§ 49 Abs. 2) oder bei geringer Schuld von einer Bestrafung nach dieser Vorschrift absehen. Konnte der Täter den Irrtum nicht vermeiden und war ihm nach den ihm bekannten Umständen auch nicht zuzumuten, sich mit Rechtsbehelfen gegen die vermeintlich rechtswidrige Diensthandlung zu wehren, so ist die Tat nicht nach dieser Vorschrift strafbar; war ihm dies zuzumuten, so kann das Gericht die Strafe nach seinem Ermessen mildern (§ 49 Abs. 2) oder von einer Bestrafung nach dieser Vorschrift absehen.
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§ 171
Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht

Wer seine Fürsorge- oder Erziehungspflicht gegenüber einer Person unter sechzehn Jahren gröblich verletzt und dadurch den Schutzbefohlenen in die Gefahr bringt, in seiner körperlichen oder psychischen Entwicklung erheblich geschädigt zu werden, einen kriminellen Lebenswandel zu führen oder der Prostitution nachzugehen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
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BVG-Schläger sorgen wieder für ein Klima der Angst – Unterlassene Hilfeleistung wird selten strafrechtlich verfolgt

Seit vielen Monaten machen Gewaltverbrechen in Bus und Bahn in der Bundeshauptstadt Schlagzeilen. Auch an diesem Wochenende gab es wieder Übergriffe in Bus und Bahn. So wurde ein junges Paar in der U-Bahn-Linie 6 krankenhausreif geprügelt und in Hönow erlitt ein 48-jähriger Mann eine Kopfplatzwunde nach einer Auseinandersetzung in der Buslinie 195 der BVG. Nicht nur in Berlin ist man sich dieses Problems bewusst. Für bundesweite Aufmerksamkeit sorgte der Fall des Gymnasiasten Torben P., der im April 2011 im U-Bahnhof Friedrichstraße, einen Handwerker fast zu Tode prügelte. Der stark alkoholisierte Gymnasiast hatte gemeinsam mit einem Freund einen auf dem Bahnhof wartenden Fahrgast zunächst verbal provoziert. Später kam es zu Handgreiflichkeiten, in deren Folge der damals Achtzehnjährige mehrmals gegen den Kopf seines Opfers trat. Ein Tourist aus Bayern griff als Nothelfer ein und wurde daraufhin körperlich verletzt.

Der Vorfall machte Furore. Ein Bild aus der Überwachungskamera schaffte es sogar auf die Titelseite des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. So erklärt sich auch, wieso zwischen Tatzeitpunkt und Verurteilung noch nicht einmal ein halbes Jahr verstrich. Im Vergleich zu anderen Fällen, wurde ungewöhnlich schnell Anklage erhoben. Bereits Ende September 2011 kam es schließlich zum Urteilsspruch: Torben P. wurde von der Jugendkammer des Landgerichts Berlin wegen versuchten Totschlags, gefährlicher Körperverletzung und Nötigung zu zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt. Dabei wertete das Gericht den alkoholisierten Zustand von Torben P. als strafmildernd, schloss jedoch zum Tatzeitpunkt einen Vollrausch des Angeklagten aus. Seine Strafverteidiger haben gegen das Urteil Revision eingelegt. Der Bundesgerichtshof muss nun über dieses Rechtsmittel gegen das Urteil des Landgerichts Berlin entscheiden. Die Rechtsanwälte von Torben P. wollen eine Bewährungsstrafe für ihren Mandanten erreichen.

Sein unter anderem wegen unterlassener Hilfeleistung ebenfalls angeklagter Freund, der 19-jährige Nico A., kam dagegen glimpflich davon. Das Gericht machte ihm zur Auflage einen Erste-Hilfe-Kurs zu besuchen und 250 Euro zu zahlen. Unterlassene Hilfeleistung ist gemäß § 323c StGB strafbar. In der Statistik findet sich dieser Straftatbestand jedoch nur äußerst selten. So gibt es im Durchschnitt pro Jahr weniger als hundert Verurteilungen wegen dieses Delikts in der gesamten Bundesrepublik. Dies hat verschiedene Gründe. Niemand ist verpflichtet sein eigenes Leben oder seine eigene Gesundheit für Fremde zu riskieren. Anders sieht es aus, wenn die zu rettende Person ein nahestehender Mensch ist oder diese Person durch ein Fehlverhalten des Täters erst in die Gefahr geraten ist, so dass die Garantenstellung greift. Während die unterlassene Hilfeleistung mit einer Höchststrafe von einem Jahr oder Geldstrafe geahndet werden kann, droht dem Täter, der trotz Garantenstellung nicht eingreift, im schlimmsten Fall sogar eine mehrjährige Haftstrafe, wenn das Opfer deshalb verstirbt.

BVG-Schläger sorgen wieder für ein Klima der Angst – Unterlassene Hilfeleistung wird selten strafrechtlich verfolgt

Seit vielen Monaten machen Gewaltverbrechen in Bus und Bahn in der Bundeshauptstadt Schlagzeilen. Auch an diesem Wochenende gab es wieder Übergriffe in Bus und Bahn. So wurde ein junges Paar in der U-Bahn-Linie 6 krankenhausreif geprügelt und in Hönow erlitt ein 48-jähriger Mann eine Kopfplatzwunde nach einer Auseinandersetzung in der Buslinie 195 der BVG. Nicht nur in Berlin ist man sich dieses Problems bewusst. Für bundesweite Aufmerksamkeit sorgte der Fall des Gymnasiasten Torben P., der im April 2011 im U-Bahnhof Friedrichstraße, einen Handwerker fast zu Tode prügelte. Der stark alkoholisierte Gymnasiast hatte gemeinsam mit einem Freund einen auf dem Bahnhof wartenden Fahrgast zunächst verbal provoziert. Später kam es zu Handgreiflichkeiten, in deren Folge der damals Achtzehnjährige mehrmals gegen den Kopf seines Opfers trat. Ein Tourist aus Bayern griff als Nothelfer ein und wurde daraufhin körperlich verletzt.

Der Vorfall machte Furore. Ein Bild aus der Überwachungskamera schaffte es sogar auf die Titelseite des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. So erklärt sich auch, wieso zwischen Tatzeitpunkt und Verurteilung noch nicht einmal ein halbes Jahr verstrich. Im Vergleich zu anderen Fällen, wurde ungewöhnlich schnell Anklage erhoben. Bereits Ende September 2011 kam es schließlich zum Urteilsspruch: Torben P. wurde von der Jugendkammer des Landgerichts Berlin wegen versuchten Totschlags, gefährlicher Körperverletzung und Nötigung zu zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt. Dabei wertete das Gericht den alkoholisierten Zustand von Torben P. als strafmildernd, schloss jedoch zum Tatzeitpunkt einen Vollrausch des Angeklagten aus. Seine Strafverteidiger haben gegen das Urteil Revision eingelegt. Der Bundesgerichtshof muss nun über dieses Rechtsmittel gegen das Urteil des Landgerichts Berlin entscheiden. Die Rechtsanwälte von Torben P. wollen eine Bewährungsstrafe für ihren Mandanten erreichen.

Sein unter anderem wegen unterlassener Hilfeleistung ebenfalls angeklagter Freund, der 19-jährige Nico A., kam dagegen glimpflich davon. Das Gericht machte ihm zur Auflage einen Erste-Hilfe-Kurs zu besuchen und 250 Euro zu zahlen. Unterlassene Hilfeleistung ist gemäß § 323c StGB strafbar. In der Statistik findet sich dieser Straftatbestand jedoch nur äußerst selten. So gibt es im Durchschnitt pro Jahr weniger als hundert Verurteilungen wegen dieses Delikts in der gesamten Bundesrepublik. Dies hat verschiedene Gründe. Niemand ist verpflichtet sein eigenes Leben oder seine eigene Gesundheit für Fremde zu riskieren. Anders sieht es aus, wenn die zu rettende Person ein nahestehender Mensch ist oder diese Person durch ein Fehlverhalten des Täters erst in die Gefahr geraten ist, so dass die Garantenstellung greift. Während die unterlassene Hilfeleistung mit einer Höchststrafe von einem Jahr oder Geldstrafe geahndet werden kann, droht dem Täter, der trotz Garantenstellung nicht eingreift, im schlimmsten Fall sogar eine mehrjährige Haftstrafe, wenn das Opfer deshalb verstirbt.

Arzt oder Autofahrer – wer ist für die fahrlässige Tötung des Unfallopfers verantwortlich?

„Der Fußgänger hat gegenüber einem abbiegenden Auto grundsätzlich Vorfahrt“, attestierte nun ein Amtsrichter in einem Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung beim Amtsgericht Tiergarten den 48-jährigen Angeklagten. Der Unfallverursacher hatte vor eineinhalb Jahren in Berlin-Charlottenburg eine Rentnerin erfasst, die als Fußgängerin die Bismarckstraße überquerte. Der Angeklagte, der bereits wegen eines anderen Verkehrsunfalls verurteilt wurde, verweigerte die Aussage vor Gericht. Ob der Angeklagte tatsächlich wegen fahrlässiger Tötung rechtskräftig verurteilt wird ist noch ungewiss. Denn die Geschädigte begab sich nach dem Unfall zwar zunächst in ein Krankenhaus, wurde jedoch noch am gleichen Tag entlassen. Erst zwei Tage nach dem Unfall verstarb das Unfallopfer plötzlich in ihrer Wohnung. Möglicherweise trifft den Angeklagten keine Schuld am Tod der Frau. Sicherlich hat er den Unfall und die Körperverletzung, die dann zwei Tage später zum Tod der Geschädigten führte. Für eine strafrechtliche Verurteilung ist jedoch mehr erforderlich. Wenn der Arzt im Krankenhaus jedoch seine Sorgfaltspflichten verletzt haben könnte und die Frau nicht richtig behandelt wurde und die Frau infolge mangelnder Sorgfalt des Krankenhauses die Frau verstarb, dann ist der eigentliche Unfallverursacher nicht für den Tod des Unfallopfers verantwortlich zu machen. Dann wäre nur eine Verurteilung wegen fahrlässiger Körperverletzung möglich. Die Schuldfrage kann auch für die Hinterbliebenen beziehungsweise die Erben von besonderer Bedeutung sein. Stellt sich ein medizinscher Fehler heraus, haftet das Krankenhaus. Versuchen sich zwei mutmaßliche Schuldige den “schwarzen Peter” gegenseitig zuzuschieben, so bietet sich bei der zivilrechtlichen Aufarbeitung des Verkehrsunfalls die Streitverkündung an.

Trauriger Rekord: Schon 530 Autos in Berlin durch Brandstiftung beschädigt

Erst in vier Monaten endet das Jahr 2011. Doch schon jetzt gab es in den ersten acht Monaten mehr als 530 Brandanschläge auf in den Straßen von Berlin geparkten Autos. Somit bricht dieses Jahr alle bisherigen Rekorde. Noch im Vorjahr wurden „nur“ 300 Autos von Brandstiftern in Berlin angezündet. Zur Zeit sind jede Nacht 650 Polizeibeamte von Landespolizei und Bundespolizei in der Bundeshauptstadt unterwegs, um Anschläge auf abgestellte Fahrzeuge zu verhindern. Anfangs waren nur Luxuswagen betroffen, mittlerweile verüben die Täter auf alle Automarken Brandanschläge. Selbst Gebrauchtwagen im unteren Preissegment werden inzwischen abgezündet. Laut Polizei Berlin handelt es sich um politisch motivierte Täter, aber auch um Nachahmungstäter, die „aus Spaß“ Fahrzeuge abfackeln.

Die Fahrzeuge brennen in der Regel erst dann lichterloh, wenn die Täter schon mehrere hundert Meter vom Tatort entfernt sind. Es ist daher nur selten möglich solche Täter auf frischer Tat zu ertappen. Dennoch gelang es in einigen Fällen. So wurde gestern Nacht im Stadtteil Prenzlauer Berg ein Pärchen (23, 27) bei der Brandstiftung durch einen Anwohner beobachtet. Aufgrund der sehr guten Täterbeschreibung konnten Beamte der Polizei Berlin eine Frau und einen Mann in der Nähe des Tatorts stellen. Beide wurden in Gewahrsam genommen und dem Haftrichter vorgeführt.

Die nächtlichen Brandstifter haben es aber nicht nur auf Personenkraftwagen – hauptsächlich in Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Charlottenburg-Wilmersdorf – abgesehen, sondern auch auf in Hausfluren abgestellte Kinderwagen. Erst kürzlich konnte ein Straftäter auf frischer Tat ertappt werden. Zivilbeamte hatten den Mann gegen 3 Uhr morgens aus einem Mietshaus im Prenzlauer Berg kommen sehen. Als die Polizisten das Haus betraten, konnten sie die brennenden Kinderwagen sehen. Der Täter hatte als Verteiler von Tageszeitungen die Haustürschlüssel für zahlreiche Mietshäuser in der Gegend.

Wer Beschuldigter einer Brandstiftung oder einer schweren Brandstiftung ist, den drohen bis zu zehn Jahren Haft.

Überfall im Luxushotel: Prozesspoker in Berlin – keiner will verlieren

Im März 2010 sorgte ein Überfall während eines Poker-Turniers für weltweites Aufsehen. Bereits vier heranwachsende Mittäter sind inzwischen zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Den beiden mutmaßlichen Haupttätern des Überfalls in einem Luxushotel am Potsdamer Platz wird seit einem Jahr der Prozess gemacht. Am heutigen Montag gab es eine überraschende Wende in dem Strafverfahren. Einer der Angeklagten räumte den in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft geschilderten Tathergang über seinen Strafverteidiger „im Wesentlichen“ schließlich ein und beschuldigte seinen Mitangeklagten schwer. Demnach habe er im Auftrag seines Komplizen die Mittäter zur Tatbeteiligung angestiftet und nach dem spektakulären Raubüberfall den Fluchtwagen gesteuert.

Das es zu der heutigen Einlassung des Angeklagten gekommen ist, geht vermutlich auf die kürzlich erfolgte Aussage seines Mitangeklagten zurück. Dieser hatte vor zwei Wochen in der Beweisaufnahme erklärt, er habe nur an dem Poker-Turnier als Spieler teilgenommen und mit dem Raubüberfall nichts zu tun. Vielmehr habe er sogar versucht, die Tat zu verhindern. Sein mutmaßlicher Komplize stellt dies jedoch anders dar. Demnach war es der Mitangeklagte, der aus Verärgerung über Spielverluste den Tipp auf die leichte Beute gab und nach Komplizen suchte. Die Veranstalter des Poker-Turniers hatten möglicherweise zu laxe Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Die Räuber waren im März 2010 in Wildwest-Manier in den Poker-Saal des Luxushotels gestürmt und hatten mit gezückten Pistolen über 242.000 Euro erbeutet. Das Gericht hat über die Anklage wegen schweren Raubs und schwerer Körperverletzung zu befinden.

Landgericht Berlin lehnt Sicherungsverwahrung ab – Vergewaltiger und Bankräuber nach 26 Jahren vorzeitig entlassen

Ein Straftäter, der erstmalig 1985 wegen Vergewaltigung verurteilt wurde, ist nach 26 Jahren wieder freigekommen. Der inzwischen 49-jährige vorbestrafte Mann hatte nach seiner Inhaftierung mehrmals Freigänge zur Flucht missbraucht. Sein Lebensunterhalt bestritt er sogar mit mehreren Banküberfällen, die er mit einer Spielzeugpistole verübte, so dass er immer wieder erneut durch das Strafgericht verurteilt wurde, zuletzt im März 2003 wegen Körperverletzung und Erpressung. Die Sicherungsverwahrung war seinerzeit unter Vorbehalt angeordnet worden. Mittlerweile hat der zuletzt zu 12 Jahren Freiheitsentziehung verurteilte Mann fast zwei Drittel der Strafe verbüßt, so dass die Haftentlassung bevorstand. Nun hatte das Landgericht Berlin über die Anordnung der Sicherungsverwahrung zu entscheiden. Das Landgericht Berlin bejahte zwar die grundsätzlich Gefahr weiterer Straftaten, lehnte jedoch die Sicherungsverwahrung ab. Denn nach Auffassung des Gerichts seien von dem gelernten Einzelkaufmann “nur” Straftaten “mittleren Kalibers” zu befürchten.

Bundesverfassungsgericht fordert eine hohe Wahrscheinlichkeit für schwerste Straftaten

Das Gericht verwies auf die Grundsatzentscheidung des Bundesverfassungsgerichts. Mit Urteil vom 4. Mai 2011 hat das Bundesverfassungsgericht alle Vorschriften zur Sicherungsverwahrung für verfassungswidrig erklärt. Für die bisher entschiedenen Anordnungen über die Sicherungsverwahrung gilt eine Übergangsregelung. Dem Gesetzgeber wurde auferlegt bis Juni 2013 neue gesetzliche Regelungen zu schaffen. Die Sicherungsverwahrung darf nur noch bei Gefahr schwerster Gewalttaten angeordnet werden. Die Sicherungsverwahrung wird in der Regel zwar in Justizvollzugsanstalten umgesetzt. stellt jedoch keine Fortsetzung der Haft dar. Die Freiheitsstrafe wird als Sühne für die begangene Schuld gesehen Die Sicherungsverwahrung kann dagegen nur angeordnet werden, wenn eine hohe Gefahr für schwere Verbrechen ausgeht. Eine Wiederholungsgefahr für díe 26 Jahre zurückliegende Vergewaltigung und für die Banküberfälle, die der Täter zur Finanzierung seiner Flucht verübte, sah das Landgericht Berlin wohl nicht.

Strafverteidiger Berlin: Weniger registrierte Straftaten in Berlin

Straftaten in Berlin

Glaubt man der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) Berlin gibt es in der Bundeshauptstadt immer weniger Straftaten. Das für die Berliner Verkehrsgesellschaft und die S-Bahn Berlin GmbH äußerst erfreuliche Ergbebnis hinsichtlich des scheinbaren Rückgangs der Beförderungserschleichung ist für die Polizeiliche Kriminalstatistik Berlin allerdings etwas ungünstig, da dadurch zugleich die Aufklärungsquote fällt. Denn „Schwarzfahrer“ werden nur angezeigt, die auch durch Kontrolleure in Bus und Bahn ohne gültigen Fahrschein angetroffen und namentlich erfasst werden. Die Aufklärungsquote ist daher mit stolzen 100 % mehr als beachtlich. Gehen die erfassten „Schwarzfahrer“ zurück, schmälert dies automatisch die Erfolgsbilanz in Sachen Aufklärung von Delikten. Das Massendelikt „Schwarzfahren“ ist im Vergleich zu 2009 im Jahre 2010 um ganze 35 % gesunken. Ob wirklich weniger Personen Bus und Bahn „kostenlos“ nutzen oder es in 2010 einfach nur weniger Fahrscheinkontrollen in Berlin gegeben hat, mag dahingestellt bleiben. Hier wird es sicherlich eine hohe Dunkelziffer geben. Dagegen, so darf man hoffen, gibt es bei Mord und Totschlag keine hohe Dunkelziffer. In 2010 gab es insgesamt 34 vorsätzliche Tötungsdelikte (Mord, Totschlag) in der Metropole Berlin. Auch Rohheitsdelikte (z.B. Körperverletzung) und klassische Jugenddelikte wie Sachbeschädigung ist leicht rückläufig. Zu letzterem zählt auch das besprühen mit Graffiti, von denen die Bundespolizei im Bereich Berlin nur wenige vermeldete. Die Bundespolizei vermutet die fehlende Motivation. Denn die Jugendlichen Sprayer wollen ihre „Kunstwerke“ durch die Stadt fahren sehen. Seit Monaten kämpft die S-Bahn Berlin GmbH mit der Instandsetzung ihrer S-Bahn-Waggons. S-Bahn-Züge, die nur auf dem Abstellgleisen stehen, sind für Graffiti-Sprayer, so die Ansicht der Polizei, nicht interessant genug. Dramatisch zugenommen haben die Brandstiftungen, teilweise mit schlimmen Folgen. Insbesondere werden nicht selten Mülleimer und in Hausfluren abgestellte Kinderwagen von Brandstiftern angezündet. Bemerkenswert: Der Anstieg von Straftäterinnen in Berlin. Trotzdem sind im Vergleich zu männlichen Straftätern, weibliche Straftäter noch deutlich in der Minderheit.

Strafverteidiger Charlottenburg-Wilmersdorf

Strafverteidiger Friedrichshain-Kreuzberg

  • Boxhagen
  • Friedrichshain
  • Kreuzberg
  • Oberbaum-City
  • Östliches Kreuzberg
  • Stralau
  • Westliches Kreuzberg

Strafverteidiger Lichtenberg

  • Alt-Hohenschönhausen
  • Falkenberg
  • Fennpfuhl
  • Friedrichsfelde
  • Karlshorst
  • Lichtenberg
  • Malchow
  • Neu-Hohenschönhausen
  • Rummelsburg
  • Wartenberg

Strafverteidiger Marzahn-Hellersdorf

  • Biesdorf
  • Biesdorf-Nord
  • Biesdorf-Süd
  • Hellersdorf
  • Hellersdorf-Mitte
  • Hellersdorf-Nord
  • Hellersdorf-Süd
  • Kaulsdorf
  • Kaulsdorf-Nord
  • Kaulsdorf-Süd
  • Mahlsdorf
  • Mahlsdorf-Nord
  • Mahlsdorf-Süd
  • Marzahn
  • Marzahn-Mitte
  • Marzahn-Nord
  • Marzahn-Süd

Strafverteidiger Mitte

Strafverteidiger Neukölln

Strafverteidiger Pankow

  • Arkenberge
  • Blankenburg
  • Blankenfelde
  • Buch
  • Französisch Buchholz
  • Heinersdorf
  • Karow
  • Niederschönhausen
  • Nordend
  • Pankow
  • Prenzlauer Berg
  • Rosenthal
  • Schönholz
  • Stadtrandsiedlung Buch
  • Stadtrandsiedlung Malchow
  • Weißensee
  • Wilhelmsruh

Strafverteidiger Reinickendorf

  • Borsigwalde
  • Cité Foch
  • Cité Guynemer
  • Frohnau
  • Heiligensee
  • Hermsdorf
  • Jörsfelde
  • Konradshöhe
  • Lübars
  • Märkisches Viertel
  • Reinickendorf
  • Schulzendorf
  • Schwarzwald-Siedlung
  • Tegel
  • Tegelort
  • Waidmannslust
  • Wittenau

Strafverteidiger Spandau

  • Albrechtshof
  • Alt-Gatow
  • Alt-Kladow
  • Altstadt Spandau
  • Charlottenburger Chaussee
  • Dorf Staaken
  • Falkenhagener Feld
  • Gartenfeld
  • Gartenfelder Straße
  • Gartenstadt Staaken
  • Gartenstadt Waldsiedlung Hakenfelde
  • Gatow
  • Großsiedlung Siemensstadt
  • Hakenfelde
  • Haselhorst
  • Hohengatow
  • Johannesstift
  • Kladow
  • Klosterfelde
  • Kolk Spandau
  • Landstadt Gatow
  • Neu-Staaken
  • Neustadt Spandau
  • Oranienburger Vorstadt
  • Pichelsdorf
  • Quartier Pulvermühle
  • Rathaus Spandau
  • Reichsforschungssiedlung Haselhorst
  • Schuckertdamm
  • Siedlung Habichtswald
  • Siedlung Hahneberg
  • Siedlung Heimat
  • Siedlung Neu-Jerusalem
  • Siedlung Rohrdamm-West
  • Siemensstadt
  • Siemens-Siedlung am Rohrdamm
  • Siemenswerke
  • Spandau
  • Staaken
  • Stresow
  • Wasserstadt Spandau
  • Weinmeisterhöhe
  • Werderstraße
  • Wilhelmstadt
  • Zitadelle

Strafverteidiger Steglitz-Zehlendorf

  • Am Sandwerder
  • Dahlem
  • Düppel
  • Heckeshorn
  • Kohlhasenbrück
  • Lankwitz
  • Lichterfelde
  • Lichterfelde-Ost
  • Lichterfelde-Süd
  • Lichterfelde-West
  • Nikolassee
  • Onkel Toms Hütte
  • Schlachtensee
  • Schönow
  • Schwanenwerder
  • Steglitz
  • Steinstücken
  • Stolpe
  • Südende
  • Wannsee
  • Zehlendorf

Strafverteidiger Tempelhof-Schöneberg

  • Alboinplatz
  • Alt-Mariendorf
  • Bayerisches Viertel
  • Ceciliengärten
  • Friedenau
  • Kielgan-Viertel
  • Lichtenrade
  • Mariendorf
  • Marienfelde
  • Neu-Tempelhof
  • Rote Insel
  • Schöneberg
  • Siedlung Lindenhof
  • Tempelhof
  • Tempelhofer Feld
  • Winterfeldtplatz

Strafverteidiger Treptow-Köpenick

  • Adlershof
  • Alt-Treptow
  • Altglienicke
  • Baumschulenweg
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  • Dammvorstadt
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  • Schmöckwitzwerder
  • Siedlung Schönhorst
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  • Spindlersfeld
  • Uhlenhorst
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  • Wendenschloß
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  • Wolfsgarten

Berlin-Charlottenburg: Raubüberfall in der Richard-Wagner-Straße

Ein 59-jähriger Mann, der auf einer Parkbank in der Richard-Wagner-Straße in Berlin-Charlottenburg verweilte, wurde gestern Nacht Opfer von zwei Straftätern. Die beiden Straftäter forderten den Mann auf sein Bargeld auszuhändigen. Als dieser zunächst nicht darauf einging, wurde er zunächst verbal mit dem Tode bedroht. Anschließend kam es zu einem Gewaltausbruch, einer der Täter schlug mit der Faust zu, so dass das Tatopfer nicht nur Platzwunden und Prellungen erlitt, sondern in Folge der Körperverletzung auch einen Zahn einbüßte. Der Mann wurde von einem Rettungswagen ins Krankenhaus gefahren. Die unbekannten Täter konnten indes entkommen. Eine Strafanzeige wurde durch die Polizei gefertigt. Sollten die beiden Täter ermittelt werden, brauchen sie dringend einen Rechtsanwalt, am besten einen versierten Strafverteidiger. Denn schon der „einfache“ Raub wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft. Wurde der Raubüberfall jedoch von Mitgliedern einer Bande, die sich für Raubtaten verabredet, verwirklicht, so sieht das Gesetz sogar eine Mindeststrafe von drei Jahren Freiheitsentzug vor. Der Geschädigte kann zudem Schmerzensgeld und Schadensersatz im Rahmen eines Strafverfahrens im sogenannten Adhäsionsverfahren geltend machen.


Größere Kartenansicht
Tatort Richard-Wagner-Straße. In Berlin-Charlottenburg wurde ein 59-jähriger Mann Opfer eines schweren Raubs.

Promitreff Amtsgericht Tiergarten

Wer in Berlin wegen des Vorwurfs eine Straftat verwirklicht zu haben angeklagt ist, erscheint früher oder später vor dem Amtsgericht Tiergarten, wenn das Strafverfahren nicht vorher eingestellt werden kann. Sehr oft werden “prominente” Fälle behandelt, entweder weil die angeklagte Tat im Vorfeld für Schlagzeilen sorgte oder weil die angeklagte Person selbst als “Promi” gesehen wird. Seit Mai stehen gleich zwei bekannte Gesichter vor dem Amtsgericht Tiergarten, das ehemalige Topmodel Nadja Auermann und der aus der ARD-Fernsehserie “Verbotene Liebe” bekannte Schauspieler Wolfram Grandezka (41), der mit der “neuen Marlene Dietrich” – so nannte Modezar Karl Lagerfeld das einstige Topmodel – sieben Jahre verheiratet war. Die Staatsanwaltschaft Berlin legt der mittlerweile 40-jährigen Auermann Steuerhinterziehung zur Last. Der Strafprozess wird im Juni fortgesetzt, Ende Juli wird ein Urteil erwartet.