Rechtsanwalt Kay Reese

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Rechtsanwalt Kay Reese in der Fernsehsendung 'Abenteuer Leben' auf kabeleins zum Thema Apps für den Straßenverkehr.

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Artikel-Schlagworte: „Unfall“

Kriminaltechnik und Rechtsmedizin leisten wertvolle Ermittlungsarbeit für die Kriminalpolizei: Mord und Totschlag oder doch nur ein schrecklicher Unfall?

In einer deutschen Kleinstadt ist am Wochenende eine junge Frau aus ihrer Dachgeschosswohnung in die Tiefe gestürzt. Der eintreffende Notarzt versuchte ihr Leben zu retten. Doch sie verstarb später im Krankenhaus. Zurück bleibt ihr Freund, mit dem sie gerade die neue Mietwohnung bezogen hatte. Es sollte ihre erste gemeinsame Wohnung werden. Die Polizei geht zur Zeit von einem Unfall aus. Zur Zeit. – Doch schnell kann man in die Mühlen der Justiz geraten, wenn Gerüchte über Beziehungsprobleme aufkommen. Schließlich sind die meisten Morde sogenannte Nahraumdelikte. Der oder die Täter stammen bei vielen Mordfällen aus dem Beziehungsumfeld des späteren Mordopfers. Hier ergeben sich die meisten Motivlagen für ein Kapitalverbrechen. So kann ein Motiv neben extremer Eifersucht auch die Aussicht auf das „frühzeitige“ Erbe sein. Neben dem Tatmotiv muss es jedoch auch die Gelegenheit zur Tat gegeben haben. Wird etwa jemand mit einem Gewehr aus 200 Meter Entfernung erschossen, so scheidet ein Tatverdächtiger wohl schon aus, wenn dieser noch nicht einmal auf wenige Meter treffen kann. Darüber hinaus muss der Verdächtige zudem zum Tatzeitpunkt am Tatort gewesen sein oder es muss auf jeden Fall eine hohe Wahrscheinlichkeit hierfür bestehen. In Kriminalfilmen stellen die TV-Kommissare nicht ohne Grund die berühmte Frage „Wo waren Sie gestern…?“. Hat ein von der Polizei oder der Staatsanwaltschaft auserkorener Beschuldigter weder ein Motiv noch Tatgelegenheit und zudem für den Tatzeitpunkt ein wasserdichtes Alibi, so ist eine Verurteilung höchst unwahrscheinlich. Dennoch sollte man als Tatverdächtiger stets von Anfang an einen Strafverteidiger einschalten. Insbesondere dann, wenn die Polizei offensichtlich Ermittlungen führt, um das Vorliegen eines Tötungsdeliktes abzuklären. Denn hier steht vieles auf dem Spiel. Von dem Ermittlungsergebnis, es handle sich um einen schrecklichen Unfall, bis bestenfalls Körperverletzung mit Todesfolge oder fahrlässige Tötung bis hin zu einer Anklage wegen Totschlags oder Mord ist alles möglich. Bereits kleine Ermittlungspannen, können sich später als bedeutungsvoll für ein Strafverfahren und das weitere Schicksal des unschuldigen Angeklagten herausstellen. Erfolgen während der kriminaltechnischen Untersuchung am Leichenfundort, der nicht unbedingt der Tatort sein muss, elementare Fehler, kann sich dies auf die Ermittlung des Tatzeitpunktes auswirken. Der Tatzeitpunkt ist jedoch entscheidend für die Frage, ob eine Person – die in das Visier der Fahnder gerät, weil sie Motiv und Gelegenheit zur Tat hatte – ein Alibi vorweisen kann. Wird der Fundort zudem fälschlicherweise als der Tatort angesehen, wird damit ebenfalls eine falsche Spurenlage gesetzt. Für die Aufklärung solch schwerer Verbrechen ist daher die Arbeit von hochqualifizierten Spezialisten (Kriminaltechnik, Gerichtsmedizin usw.) und erfahrenen Kriminalbeamten, die die Spurenlage richtig werten können, vonnöten. Andernfals können durch Ermittlungspannen unschuldige Personen schnell auf der Anklagebank im Strafgericht landen.

Arzt oder Autofahrer – wer ist für die fahrlässige Tötung des Unfallopfers verantwortlich?

„Der Fußgänger hat gegenüber einem abbiegenden Auto grundsätzlich Vorfahrt“, attestierte nun ein Amtsrichter in einem Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung beim Amtsgericht Tiergarten den 48-jährigen Angeklagten. Der Unfallverursacher hatte vor eineinhalb Jahren in Berlin-Charlottenburg eine Rentnerin erfasst, die als Fußgängerin die Bismarckstraße überquerte. Der Angeklagte, der bereits wegen eines anderen Verkehrsunfalls verurteilt wurde, verweigerte die Aussage vor Gericht. Ob der Angeklagte tatsächlich wegen fahrlässiger Tötung rechtskräftig verurteilt wird ist noch ungewiss. Denn die Geschädigte begab sich nach dem Unfall zwar zunächst in ein Krankenhaus, wurde jedoch noch am gleichen Tag entlassen. Erst zwei Tage nach dem Unfall verstarb das Unfallopfer plötzlich in ihrer Wohnung. Möglicherweise trifft den Angeklagten keine Schuld am Tod der Frau. Sicherlich hat er den Unfall und die Körperverletzung, die dann zwei Tage später zum Tod der Geschädigten führte. Für eine strafrechtliche Verurteilung ist jedoch mehr erforderlich. Wenn der Arzt im Krankenhaus jedoch seine Sorgfaltspflichten verletzt haben könnte und die Frau nicht richtig behandelt wurde und die Frau infolge mangelnder Sorgfalt des Krankenhauses die Frau verstarb, dann ist der eigentliche Unfallverursacher nicht für den Tod des Unfallopfers verantwortlich zu machen. Dann wäre nur eine Verurteilung wegen fahrlässiger Körperverletzung möglich. Die Schuldfrage kann auch für die Hinterbliebenen beziehungsweise die Erben von besonderer Bedeutung sein. Stellt sich ein medizinscher Fehler heraus, haftet das Krankenhaus. Versuchen sich zwei mutmaßliche Schuldige den “schwarzen Peter” gegenseitig zuzuschieben, so bietet sich bei der zivilrechtlichen Aufarbeitung des Verkehrsunfalls die Streitverkündung an.