Rechtsanwalt Kay Reese

Fachanwalt für Strafrecht in Berlin
Fachanwalt für Verkehrsrecht in Berlin

Kurfürstendamm 103/104
10711 Berlin

Telefon: (030) 88 71 99 66
Telefax: (030) 88 71 99 77

E-Mail: info@rechtsanwalt-reese.de

Medien

Rechtsanwalt Kay Reese in der Fernsehsendung 'Abenteuer Leben' auf kabeleins zum Thema Apps für den Straßenverkehr.

Zum TV-Bericht

Ressort

Artikel-Schlagworte: „Mord“

Kriminaltechnik und Rechtsmedizin leisten wertvolle Ermittlungsarbeit für die Kriminalpolizei: Mord und Totschlag oder doch nur ein schrecklicher Unfall?

In einer deutschen Kleinstadt ist am Wochenende eine junge Frau aus ihrer Dachgeschosswohnung in die Tiefe gestürzt. Der eintreffende Notarzt versuchte ihr Leben zu retten. Doch sie verstarb später im Krankenhaus. Zurück bleibt ihr Freund, mit dem sie gerade die neue Mietwohnung bezogen hatte. Es sollte ihre erste gemeinsame Wohnung werden. Die Polizei geht zur Zeit von einem Unfall aus. Zur Zeit. – Doch schnell kann man in die Mühlen der Justiz geraten, wenn Gerüchte über Beziehungsprobleme aufkommen. Schließlich sind die meisten Morde sogenannte Nahraumdelikte. Der oder die Täter stammen bei vielen Mordfällen aus dem Beziehungsumfeld des späteren Mordopfers. Hier ergeben sich die meisten Motivlagen für ein Kapitalverbrechen. So kann ein Motiv neben extremer Eifersucht auch die Aussicht auf das „frühzeitige“ Erbe sein. Neben dem Tatmotiv muss es jedoch auch die Gelegenheit zur Tat gegeben haben. Wird etwa jemand mit einem Gewehr aus 200 Meter Entfernung erschossen, so scheidet ein Tatverdächtiger wohl schon aus, wenn dieser noch nicht einmal auf wenige Meter treffen kann. Darüber hinaus muss der Verdächtige zudem zum Tatzeitpunkt am Tatort gewesen sein oder es muss auf jeden Fall eine hohe Wahrscheinlichkeit hierfür bestehen. In Kriminalfilmen stellen die TV-Kommissare nicht ohne Grund die berühmte Frage „Wo waren Sie gestern…?“. Hat ein von der Polizei oder der Staatsanwaltschaft auserkorener Beschuldigter weder ein Motiv noch Tatgelegenheit und zudem für den Tatzeitpunkt ein wasserdichtes Alibi, so ist eine Verurteilung höchst unwahrscheinlich. Dennoch sollte man als Tatverdächtiger stets von Anfang an einen Strafverteidiger einschalten. Insbesondere dann, wenn die Polizei offensichtlich Ermittlungen führt, um das Vorliegen eines Tötungsdeliktes abzuklären. Denn hier steht vieles auf dem Spiel. Von dem Ermittlungsergebnis, es handle sich um einen schrecklichen Unfall, bis bestenfalls Körperverletzung mit Todesfolge oder fahrlässige Tötung bis hin zu einer Anklage wegen Totschlags oder Mord ist alles möglich. Bereits kleine Ermittlungspannen, können sich später als bedeutungsvoll für ein Strafverfahren und das weitere Schicksal des unschuldigen Angeklagten herausstellen. Erfolgen während der kriminaltechnischen Untersuchung am Leichenfundort, der nicht unbedingt der Tatort sein muss, elementare Fehler, kann sich dies auf die Ermittlung des Tatzeitpunktes auswirken. Der Tatzeitpunkt ist jedoch entscheidend für die Frage, ob eine Person – die in das Visier der Fahnder gerät, weil sie Motiv und Gelegenheit zur Tat hatte – ein Alibi vorweisen kann. Wird der Fundort zudem fälschlicherweise als der Tatort angesehen, wird damit ebenfalls eine falsche Spurenlage gesetzt. Für die Aufklärung solch schwerer Verbrechen ist daher die Arbeit von hochqualifizierten Spezialisten (Kriminaltechnik, Gerichtsmedizin usw.) und erfahrenen Kriminalbeamten, die die Spurenlage richtig werten können, vonnöten. Andernfals können durch Ermittlungspannen unschuldige Personen schnell auf der Anklagebank im Strafgericht landen.

Landgericht München: Auftragsmord kurz nach Strafmündigkeit

Am Mittwoch beginnt vor dem Münchner Landgericht der Mordprozess gegen den mutmaßlichen Auftragsmörder Tomasz L. (Name geändert). Die Verhandlung gegen den mittlerweile 21-jährigen Angeklagten findet hinter verschlossenen Türen statt, da der Angeklagte zur Tatzeit erst 14 Jahre alt gewesen ist und das Jugendgerichtsgesetz (JGG) Anwendung findet. Die Spurensicherung hatte am Tatort Fingerabdrücke neben der ermordeten Prostituierten (27) sichern können. Erst vor kurzem wurde der Angeklagte nach einer weltweiten Fahndung gefasst. Der zur Tatzeit gerade strafmündig gewordene junge Mann soll das Tötungsdelikt im Auftrag von zwei Zuhältern verwirklicht haben. Die beiden Auftraggeber, die den Auftragsmord bestellten, sind inzwischen jeweils zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt worden. Sollte Tomasz L. am Ende des Strafverfahrens wegen Mordes verurteilt werden, drohen ihn nach dem Jugendgerichtsgesetz höchstens zehn Jahre. Hätte der vor dem Landgericht München nun Angeklagte die Straftat nur einige Monate früher begangen, so hätte man ihn niemals dafür belangen können, da man in Deutschland erst ab dem 14. Lebensjahr schuldfähig ist.

Peter Falk (Inspector Columbo) tot – der Columbo-Effekt lebt

Der Schauspieler Peter Falk ist gestern 83-jährig in Beverly Hills gestorben. Peter Falk verkörperte seit 1968 den scheinbar kauzig auftretenden Inspector Columbo von der Mordkommission des Los Angeles Police Department (LAPD). Die beliebte Krimireihe lief mit Unterbrechungen bis 2004 als Erstausstrahlung im deutschen Fernsehen und wird bis heute ständig wiederholt. Schon zu Beginn fast aller Folgen wurden die Zuschauer über Täter und Tatmotiv aufgeklärt. Mit Spannung konnte man dann immer mitverfolgen wie der vermeintlich schrullig wirkende Kriminalkommissar die Straftäter wegen einer Unachtsamkeit des Mordes überführte. In Wirklichkeit war Inspector Columbo ein hochintelligenter Ermittler, der den Dummen mimmte.

Peter Falk wollte nach seinem Studium der Politikwissenschaften eigentlich zur CIA gehen. Wegen seines kurzen Aufenthalts im kommunistischen Jugoslawien wurde seine Bewerbung 1953 jedoch vom US-Geheimdienst abgelehnt. Unser Glück. Denn so wurde er ein begnadeter Schauspieler und verkörperte über jahrzehnte die Rolle des Kriminalkommissars, dessen Methoden von der modernen Krimalistik dankbar aufgenommen worden.

Der Columbo-Effekt

Heutzutage gehört „seine“ Fragetechnis und Gesprächstechnik, der sogenannte „Columbo Effekt“, zu den anerkannten Methoden moderner Ermittlungsarbeit, die eine gewisse psychologische Begabung bedarf. Der Polizeibeamte, Staatsanwalt oder auch Ermittlungsrichter spielt den völlig Unwissenden. Der Beschuldigte soll in Sicherheit gewiegt werden. Er soll glauben, er habe alles unter Kontrolle. Und dann kommt er, der berühmte Satz von Inspector Columbo, „Eine Frage hätte ich da noch…“. Hier kommt es dann tatsächlich nicht selten zu einem entscheidenden Fehler, der Beschuldigte verwickelt sich ungewollt in Widersprüchlichkeiten.

Inspector Columbo. Wir alle liebten ihn alle. Aber fallen Sie nicht auf den Columbo-Effekt herein. Lassen Sie sich von Anfang an durch einen Fachanwalt für Strafrecht vertreten.