Rechtsanwalt Kay Reese

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Rechtsanwalt Kay Reese in der Fernsehsendung 'Abenteuer Leben' auf kabeleins zum Thema Apps für den Straßenverkehr.

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Nutzer bei Facebook und in Foren sowie Chats sind trotz verwendeter Pseudonyme meistens leicht identifzierbar

In der vermeintlichen Anonymität des Internets fühlt sich der eine oder andere schon mal zu unbedachten Äußerungen hingerissen. In Foren oder Chats werden zuweilen Äußerungen getätigt, mit denen man in der realen Welt sicherlich zurückhaltender wäre. Dies kann mit Beleidigungen und Verleumdungen beginnen und mit Drohungen oder Aufforderungen zu Straftaten enden. Trotz der landauf landab bekannten Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Vorratsdatenspeicherung ist man nicht vor einer Identifizierung hundertprozentig sicher. Deshalb sollte man sich hinsichtlich seiner Äußerungen grundsätzlich auch im Internet so verhalten, als würde es sich um eine Kommunikation unter gemeinsam in einem Raum Anwesenden handeln. Die Anonymität und die eigene Privatsphäre gibt man Zug um Zug auf, umso mehr man von sich offenbart. Spätestens seit der entfachten Datenschutzdiskussion rund um Facebook ist dies deutlich geworden. Ohnehin kennen sich die meisten Teilnehmer in Foren oder Chats auf lange Sicht sowieso. Schließlich dienen gerade Chats dazu sich näher zu kommen. Bei Foren verhält es sich nicht viel anders. Wertet man in Communities einzelne öffentlich zugängliche Nutzerprofile aus, so kann man oftmals nach wenigen Klicks auf die wahre Identität des Users Rückschlüsse ziehen. Wer über sich über sein Profil oder durch den Inhalt seiner Beiträge auf einer vermeintlich anonymen Plattform bewusst oder unbewusst informiert, sollte das Internet nicht als rechtsfreien Raum betrachten. Denn auch die Polizeibehörden rüsten in Sachen Internet mittlerweile auf. Waren früher die sogenannten „Internetwachen“ noch zu belächeln, gibt es inzwischen hochspezialisierte Beamte bei der Polizei, die mit dem Internet bestens vertraut sind. Soweit in Medienberichten hin und wieder von Internetstraftaten die Rede ist, wird der Begriff jedoch zweckentfremdet. Es handelt sich dabei häufig einfach nur um gewöhnliche Straftaten. Der Täter bedienst sich bei den sogenannten Straftaten im Internet lediglich im Vorfeld zur Kontaktaufnahme dieses interaktiven Mediums. Wenn ein Betrüger sich mit einem späteren Betrugsopfer per E-Mail oder über einen Chatkontakt verabredet und der eigentliche Betrug dann am vereinbarten Treffpunkt (z.B. eine Gaststätte) stattfindet, wird es schon als Straftat im Internet dargestellt, obwohl es in Wirklichkeit keine echte Internetstraftat ist. Hätten sich Täter und Opfer über das Telefon verabredet, würde dies niemand als „Straftat über das Telefon“ bezeichnen und keine entsprechende Kriminalstatistik führen. Bei echten Hackerattacken oder Phishing-Seiten, also Internetseiten, die Bankkunden die Internetseite ihres Onlinebanking-Anbieters vortäuschen sollen, hat man es dann schon eher mit Straftaten im Internet zu tun. Letzteres gilt ebenso für die inzwischen verurteilten früheren Betreiber von Kino.to.

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