Rechtsanwalt Kay Reese

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Rechtsanwalt Kay Reese in der Fernsehsendung 'Abenteuer Leben' auf kabeleins zum Thema Apps für den Straßenverkehr.

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Streitverkündung – was tun, wenn mehrere Verantwortliche ihre Schuld bestreiten?

Nach Verkehrsunfällen oder anderen Schadensereignissen gibt es nicht selten mehrere Personen, die als Verantwortliche in Betracht kommen. Lässt sich die Schuldfrage zunächst nicht eindeutig klären, bietet es sich an, erst diejenige Person gerichtlich in Anspruch zu nehmen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit verantwortlich und schadensersatzpflichtig ist. Um am Ende des Rechtsstreits nicht der „Dumme“ zu sein, erscheint es sinnvoll auch die weiteren potentiellen Verantwortlichen in den Rechtsstreit verbindlich einzubinden. Dies kann man durch eine Streitverkündung erreichen. Der Empfänger der Streitverkündung ist dann zwar nicht für gewöhnlich Prozessbeteiligter in dem Vorprozess, muss sich aber in einem Folgeprozess, in dem er dann schließlich doch Prozesspartei ist, die Feststellungen des Gerichts aus dem Vorprozess vorhalten lassen.

Zur Veranschaulichung ein Beispiel:

Tourist A fährt mit seinem außerhalb der EU zugelassenen Fahrzeug und erfasst Fußgängerin F. Diese wird mit einem Rettungswagen ins nächste Krankenhaus gefahren. Der dort behandelnde Arzt übersieht leicht ersichtliche Verletzungen und entlässt sie noch am gleichen Tag aus dem Krankenhaus. Nur aufgrund der nicht korrekten medizinischen Versorgung verstirbt die Fußgängerin in der Nacht in ihrer Wohnung. Als es um die Haftung geht, bestreitet der Krankenhausarzt zunächst seinen Fehler. Hier bietet sich dann eine Klage gegen den Autofahrer und eine Streitverkündung gegenüber dem Krankenhaus an. Kommt das Gericht in dem Zivilprozess gegen den Autofahrer schließlich zu dem Ergebnis das Fußgängerin F. bei richtiger ärztlicher Versorgung nicht verstorben wäre, so dürfte zumindest eine Mithaftung des Krankenhauses vorliegen.

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